Wie nutze ich die Spaced Repetition Methode zum Vokabel lernen

Wenn man etwas in das Langzeitgedächtnis bekommen möchte, kann man dies unter anderem durch regelmäßige Wiederholung in immer größeren Abständen erreichen. 


Dies nennt man Spaced Repetition (verteilte Wiederholung), was ich eher mit regelmäßigem wiederholen übersetzten würde.

 

Es gibt mehrere Theorien, warum die Methode funktioniert, eine davon ist, dass unser Gehirn in einem ständigen Zyklus von lernen, erinnern und vergessen ist. Mit der Eigenschaft, dass häufig benötigte Dinge, leichter abrufbar sind als weniger gebrauchte. 

Das Ziel ist dann zu wiederholen, wenn wir kurz vor dem Vergessen sind, um den maximalen Effekt zu erreichen und auch langfristig rasch auf das gelernte zugreifen zu können.  

Die Methode ist recht gut validiert und es gibt auch einen guten Wikipedia Artikel. 

 

Nichts für Kurzzeitgedächtnisfanatiker

Wer bis hierhin gelesen hat, dem leuchtet ein, dass ein Paniklernen vor einer Prüfung am nächsten Tag mit der Methode nicht so wirklich nützlich ist. Was aber schon geht ist, wenn man sich auf eine umfangreiche Klausur, die am Ende eines Semesters ansteht, vorbereiten möchte und keine Lust hat alles kurzfristig ins Kurzzeitgedächtnis zu hämmern. 

 

Hilfsmittel oder was man dafür benötigt

Es gibt mehrere Hilfsmittel für diese Methode, diese reichen von einfachen Boxen mit Karteikarten bis hin zu Space-Repetition-Software (SRS), die das Karteikarten System um einen schlaueren Algorithmus ergänzen, um den optimalen Wiederholzeitraum zu treffen. 

Wer Space-Repetition-Software in die Suchmaschine der Wahl eingibt, findet zahlreiche Anbieter wie Anki, aber auch spezial Anbieter für Sprachen, wie Memrise. Auch die Vokabeltrainer von Sprachlernapps nutzen meist diese Methode. 

 

Ich selbst habe intensiv das Karteikarten System genutzt. Während Anki mein aktueller Favorit ist. 

Beide haben die Vorteile, dass diese recht günstig sind und man kein Abo abschließen muss. 

 

Das Karteikarten System Erklärt

Für das Karteikarten System nutze ich eine  Box mit 5 Fächern in der Größe der Karteikarten, in dem Beispielfall A8 Format. 

Die Fächer sind unterschiedlich groß und fassen eine größer werdende Anzahl an Karten. Damit beginnt die Magie. 

 

Auf den Karteikarten findet sich auf der einen Seite die Ausgangssprache und auf der Rückseite die Zielsprache. 

 

Im ersten Durchgang wiederhole ich täglich die Karten im ersten Fach. 

Kenne ich diese, wandert das Kärtchen ein Fach weiter. Wenn nicht, bleibt es, wo es ist. 

Im zweiten Schritt lerne ich eine neue Anzahl an Vokabeln, in meinem Fall 15 täglich  und füge sie zum ersten fach. Wenn das erste Fach bereits voll ist, lerne ich keine neuen Vokabeln, sondern fokussiere auf das Wiederholen. 

 

Die weiteren Schritte sind immer gleich. Wenn eines der hinteren Fächer voll ist, dann wiederhole ich die Karten in diesem Fach. Die bekannten Karten wandern im Anschluss ein Fach weiter nach hinten, unbekannte Karten werden wieder in das erste Fach zurückgelegt. 

 

Wenn eine Karte das letzte Fach, verlässt, dann bewahre ich diese auf und fühle mich toll, wenn der Stapel wächst. 

 

Jetzt kann es wie auf dem Bild vorkommen, dass wenn man eines der letzten Fächer wiederholt, dass das erste Fach vollläuft. Das ist nicht schlimm. Beim Wiederholen am nächsten Tag lehrt sich das volle erste Fach wieder und die Karten wandern schnell wieder nach hinten.  

 

Du merkst, es gibt kein Richtig oder Falsch. Auch die Lernrichtung kannst du entscheiden. Zunächst nur in die Zielsprache oder beide Richtungen gleichzeitig. Jeder lernt ein wenig anders. 

 

Die Zeit, die man täglich mit dem System verbringt, ist unterschiedlich. Wenn eines der hinteren Fächer voll ist, dauert es schon ein wenig, bis man dieses durchgearbeitet hat. Man hat es ja in der Hand, ob man alles auf einmal in einer ruhigen Stunde macht oder auf mehrere Male aufteilt. 

 

Weitere Tipps

Eine verschließbare Box, aus der die Karteikarten nicht fallen, wenn man diese fällt, sichert den Fortschritt und spart Ärger. 

 

Für das Lernen von Vokabeln taugt es gut, wenn man nur eine Vokabel auf jeder Karte schreibt. Ich bin vor langer Zeit davon abgekommen und schreibe immer Sätze auf die Karten, so lerne ich den Kontext, Satzbau und ein bisschen Grammatik gleich mit. 

 

Die Box hat den Vorteil, dass man sieht wie man besser wird. Bei Software hat man dieses Erlebnis nicht in diesem Maße, wobei es dort auch Statistiken gibt, die man anschauen kann. 

 

Es gibt diese Boxen bereits fertig zu kaufen, zum Teil gefüllt mit Karten. Ich würde immer vorziehen, die Karten selbst zu schreiben, um die zusätzliche Schreibübung nicht zu verlieren und um Geld zu sparen. 

 

Wer es wie ich bequem und weniger haptisch mag, kann wie bereits erwähnt statt einer echten Schachtel auch Spaced-Repetition-Software einsetzen. Wie ich ANKI in Verbindung mit ASSiMiL nutze, kommt in einem anderen Blogeintrag.